Kunst trifft Industriegeschichte

IMPRESSIONEN der Ausstellung am 24. und 25. Juni 2017

Bei herrlichem Wetter kamen über 2500 Interessierte an diesem Wochenende zur Ausstellung in die BWR Waggonreparatur. Mit Spannung wurde dieser seltene Einblick erwartet. Alle Besucher waren sich einig, wie sie erzählten: es ist eine sehr gelungene Kombination, die alten Hallen, darin die Kunst zu sehen, die erste Fahrt der Adler Lokomotive sowie die Biedermeier Gruppe aus Offenburg, ebenso wie die Oldtimer Präsentation am Sonntag und die Besichtigung des originalen Wagen "Orient Express", ebenfalls mit Kunst auf den Tischen. Die Kunst mit über 70 ausgestellten Werken von 14 Künstlern war für alle ein Blickfang zwischen Eisenbahnwagen und -rädern.

Wir wurden immer wieder gefragt, wie kommt man auf solche Ideen, hier eine so einmalige Ausstellung anzubieten. Die Idee hatte ich sehr spontan bei einer Ausstellung im UNIMOG Museum Anfang 2016, als die Besiedlung des Murgtals auch mit der Eisenbahn und BWR Waggonrepparatur vorgestellt wurde. Mir war bewußt, dass wir mit diesem Juwel der Industriegeschichte in Verbindung mit unserer Kunst viele Menschen erreichen, die sich sonst nicht für Kunst interessieren. Ebensowenig besuchen andere alte Gebäude mit großartiger Geschichte oder Automibilmuseen. Es ist die Symbiose von Kunst in diesen Produktionshallen mitten in der täglichen Arbeitswelt mit allen Details eines noch produktiven Werks, das als Gesamtheit ein neues Kunstwerk ergab. In dieser besonderen Kombination gab es noch keine Kunstausstellungen, so dass viele die Kunst mit anderen Augen betrachteten.

1897 war die Gründung der BWR und die Zeit des  Impressionismus in der Kunst. Ich sagte mir und unseren Kunstkollegen beider Kunstgruppen, wieso gehen wir nicht mit unserer Kunst von heute in die denkmalgeschützen Hallen aus dieser Zeit und präsentieren die Werksgeschichte auch mit unserer Kunst? Seit damals bereitete ich als Organisator mit Herrn Schwerthöfer von der BWR und den Künstlern  diese Ausstellung vor.

                               Fotos bitte anklicken zur Fotoschau!                                          Fotos © Peter Diziol

 

Meine Werke sind hier in der Reihenfolge des Rundgangs durch die große Produktionshalle zu sehen:

Bouquet in Spirale; Lichtstraße; Evolution; Zwei Gleis; Gegenverkehr; Spuren; Drehkreuz; Spiegelungen.              

Im ORIENT EXPRESS stand eine besonderes Gemälde auf Blattgold "Orient Express"

 

 

Aus scheinbarem Abfall entsteht Kunst - Impressionen der Schönheit - diese Blumen verwelken nicht!

Die Federspiralen eines Eisenbahnwagens, der Abrieb bei Erneuerung der Lauffläche des Eisenbahnrads sowie die filigranen Blüten eines Bouquets lassen ein Kunstwerk entstehen. Das Glas stammt aus der Glashütte Lamberts in Waldsassen, Bayern. Es ist mundgeblasenes  leuchtkräftiges Original Echt-Antik Glas für die großen Fenster von Glaskünstlern. Dieser Verschnitt aus Restaurierungen dient hier durch besondere Auswahl nach Passform und Farbe zur Gestaltung von Blütenblättern. Das schwere Metall erhält durch den Gegensatz mit diesem edlen Glas eine einmalige Schönheit. 

Warum berührt uns dieses abstrakte Bild SPUREN derart?

 

Beim Blick auf das Gemälde empfinden wir Ruhe, Stille geht davon aus. Dabei ist nicht viel dargestellt, zwei  sich schlängelnde Linien im abstrakten Raum, nur eine Grundfarbe nimmt das Bild ein, in warmem Licht leuchtend. Warum gefällt dieses Bild so vielen Betrachtern schon bei der ersten Begegnung, was macht seinen Reiz aus?    

Der Hintergrund ist in einem dunklen, ruhigen Grün gehalten, im oberen Bildteil leuchtendes Grün, Licht fällt hier ein, woher? Man sieht es nicht, kann es nur ahnen. Es gibt diesem Gemälde eine Tiefe, eine große Raumwirkung!

 

Aus dem Nichts beginnen am unteren Bildrand zwei weiß-silbern leuchtende Spuren ihren Weg zu finden.Sie schlängeln sich im Bild, scheinbar in jeweils die gleiche Richtung, um sich verjüngend im oberen Drittel zu verlieren. Unsere Augen folgen diesen Spuren, wohin? Diese Perspektive unterstreicht die Raumtiefe, Lichtstrahlen brechen sich in diesen Spuren. Woher kommen sie, wohin führen sie? Das wird nicht beantwortet.     

 Das Bild entfaltet eine besondere ästhetische Wirkung, auch in der Lininführung, es strahlt Ruhe und Harmonie aus.  Das abstrakte Grün mit sanften Übergängen, lässt keine Raumdeutung zu, wo ist es, in einer Landschaft, in einem Land, in Europa oder kann es überall auf der Welt sein? Oder ist es ein Lebensweg? Der Weg ist zeitlos.

 Es können aber auch Schienen sein, Schienen für eine Eisenbahn, die sich durch eine Landschaft schlängelt. Die Schiene hat sich im Lauf ihrer Geschichte von der Form her nur wenig verändert, mehr von ihren Materialeigenschaften. Ohne die Schiene hätte die Eisenbahn durch ihr schnelles Fahren ohne das Wackeln der Kutschen auf dem steinigen Untergrund nicht den Erfolg gehabt. Ist dieses Bild daher eine Ode an die Schiene, die den Erfolg der Eisenbahn erst möglich machte? Eine Fahrt durch Raum und Zeit gestattete die Eisenbahn auch in Deutschland ab 1835.

 

Staunen erfüllte jeden schon beim Eingang zum Betriebsgelände. Unzählige Eisenbahnräder und besondere Eisenbahnwagen wecken mit den alten Gebäuden Interesse mehr zu sehen. Kunst steht mitten im Produktionsablauf, so etwas hat es in alten Produktionshallen noch nicht gegeben.

Wenn Ihnen die Impressionen gefallen haben, besuchen sie meine Webseite gerne wieder. Sprechen sie auch Freunde an, um diese Bilder einer Ausstellung zu betrachten.

Waren Sie schon einmal in Neuseeland? Oder haben Sie den Wunsch dorthin zu reisen? Meine nächste Ausstellung ab

8. September lässt "die Farben Neuseelands erleben"